Stattdessen gibt's religiöse Gesänge

App will gegen Erotik im Netz vorgehen - mit kuriosen Mitteln

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Eine App aus Indien will Erotik im Netz den Riegel vorschieben.

Mit Schmuddelkram im Netz soll bald Schluss sein - zumindest wenn es nach den Betreibern einer App geht, die in Indien entwickelt wurde. Was steckt dahinter?

Eine App aus Indien möchte das Nutzerverhalten beim Konsum von erotischen Inhalten im Netz verändern - und zwar mit recht kuriosen Mitteln. Wer dabei nämlich eine Seite für Erwachsene öffnet, der bekommt stattdessen religiöse Gesänge und Reden von Politikern zu hören. Kein Wunder, dass da schnell die Lust vergeht.

Religion und Politik statt Schmuddelkram

Die App wurde von einem indischen Neurologen namens Vijay Nath Mishra entwickelt, wie der Guardian berichtet. Pornografische Inhalte werden dabei herausgefiltert, stattdessen gibt's Gesänge mit religiösen Inhalten sowie Politikerreden zu hören, welche zur Keuschheit animieren sollen. Verwendet werden beispielsweise Auszüge aus Reden von Mahatma Ghandi oder Nelson Mandela.

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App will Nutzerverhalten bei Pornoseiten ändern

Mishra erklärt dem Guardian den Hintergrund von der App "Har Har Mahadev": "Porno-Sucht kann nicht behandelt werden, aber es ist ein bescheidener Versuch, das Verhalten einzelner Personen zu ändern", so der Erfinder, der an der indischen Universität "Banaras Hindu" unterrichtet. Der Name der App bezieht sich auf ein hinduistisches Gebet, in dem es um die Gottheit Shiva geht, welche das Böse in der Welt ausradieren soll.

Schmuddelkram auf dem Handy? Was man dabei unbedingt beachten sollte.

Bisher ist die App nur für Mac und Windows verfügbar, es soll jedoch auch eine Version für Android kommen. Außerdem gibt es das Programm nur für den indischen Markt. Bisher sind rund 3.800 Webseiten dafür indiziert. Der Filter soll nicht nur bei Erotikinhalten greifen, sondern auch bei Seiten mit gewaltverherrlichenden Bildern und Videos. Ob es ein ähnliches Modell wohl auch hierzulande geben wird - dann mit Reden von deutschen Politikern zur Lustbekämpfung?

Indien hat ein Problem mit Erotik im Netz

Schon seit längerer Zeit ist Pornografie den indischen Behörden ein Dorn im Auge. Im Jahr 2015 wurden mehr als 800 Seiten mit expliziten Inhalten von der Regierung gesperrt, jedoch kurze Zeit später wieder freigegeben. Indien liegt auf dem dritten Platz hinter den USA und Großbritannien, was die Zugriffszahlen auf die Streamingplattform PornHub angeht.

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