Die Arbeit einer Domina ist noch immer ein Tabuthema

Mehr als nur Schmerzen

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Das Equipment der Domina lässt keine Wünsche offen.
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Sie sorgt in der Region für Schmerzen - auf Wunsch. Die Domina ist für den Sklaven aber auch immer eine Seelsorgerin.

Die Peitsche knallt, ein Schrei ertönt. Die Domina nimmt ihren Sklaven in die Mangel – auf Wunsch natürlich! Doch ist es so einfach? Sind es nur die Peitsche und der Schmerz, die man von einer Herrin in Lack und Leder bekommt? Domina D. (Name der Redaktion bekannt) aus dem echo-Erscheinungsgebiet sagt nein: „Die wenigsten, die zu mir kommen, verlangen nach Schmerzen.“ Vielmehr geht es darum, sich fallen zu lassen und Verantwortung abzugeben. "Die meisten meiner Sklaven sind devot. Sie unterwerfen sich mir völlig und wollen genaue Anweisungen bekommen."

 Nicht selten sind D.s Gäste Führungskräfte bei großen Firmen. Aber auch Busfahrer, Lehrer oder Ärzte unterwerfen sich ihr. „Sie können bei mir eine Neigung ausleben, die Zuhause nicht befriedigt wird.“ Besuche bei D. laufen immer sehr geheim ab und werden mit größter Diskretion behandelt. Denn noch immer ist das Arbeitsfeld einer Domina ein Tabuthema in der Gesellschaft. Ein Abstecher ins Bordell wird da schon eher akzeptiert. D.: "Ein Besuch bei der Domina – da gilt man gleich als pervers. Aber wer bestimmt, was normal ist und was nicht?" Auch deshalb lebt sie selbst ihre Neigung komplett im Verborgenen aus. Neben einem „normalen“ Beruf steht sie ein bis zwei Mal die Woche als Domina in ihrem Studio. Ihre Familie und ihre Freunde sind ahnungslos – und so soll es auch bleiben. D.: „Ich glaube sie würden es nicht so richtig verstehen.“

Schon im zarten Alter von 18 Jahren entdeckte sie ihre besonderen sexuellen Wünsche. Ohne Internet sei es allerdings um einiges schwerer gewesen, Gleichgesinnte zu finden. Inzwischen hat D. eine ganze Reihe von Stammgästen. Ihr zur Seite steht gelegentlich eine Zofe. Da eine Domina keinen Sex mit ihren Sklaven hat, kann dies auf Wunsch von der Zofe übernommen werden. Das Alter ihrer Kunden liegt zwischen 20 und 85. Nicht nur Männer nehmen ihre Dienste in Anspruch. „Auch wenn es eher selten ist, aber Frauen und Paare kommen auch zu mir“, erzählt D.. Und die Wünsche der weiblichen Gäste unterscheiden sich durchaus von denen der Männer. „Frauen sind verbal viel versauter. Sie lassen sich gerne mit Worten unterdrücken.“ Und auch Menschen mit Behinderungen suchen den Weg zur Domina. Aber für D. macht das keinen Unterschied: „Alle werden von mir gleich behandelt. Egal welcher Job, welche Herkunft, ob mit oder ohne Behinderung.“

Zwischen all den Fessel-, Schlag- und Doktorspielen ist eine Domina immer auch ein bisschen Seelsorgerin. D.: „Oft erzählen mir die Männer von ihren Sorgen in der Familie oder im Beruf.“ Es ist ihr wichtig, auch die Person hinter dem Sklaven zu sehen. Doch Herrin bleibt sie auch in solchen Augenblicken: „Wenn wir in den Pausen reden und etwas essen – er natürlich auf dem Boden – kann es sein, dass mein Fuß auf seiner Pizza steht.“

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