Pikanter Prozess in Hamburg

Gruppensex in Sauna: Rentner will zufällig reingeraten sein

Hamburg - Im Februar 2016 wurden vier Rentner beim Gruppensex in einer öffentlichen Sauna erwischt. Vor Gericht sollten sich die Verdächtigen nun verantworten - doch nur einer erschien.

Schwummriges Licht, heiße Luft, viel nackte Haut und Entspannung pur: Saunen bieten eine besondere Atmosphäre. Doch Sex in öffentlichen Einrichtungen wird laut stern.de den oft zitierten „Erregungen öffentlichen Ärgernisses“ zugeordnet, wenn man erwischt wird, und ist deshalb strengstens verboten. 

Vor einem Jahr konnten es vier Rentner in Hamburg dennoch nicht lassen. Die älteren Herren ließen sich angeblich beim Sauna-Besuch der öffentlichen Hamburger Alsterschwimmhalle zu unsittlichen Taten hinreißen - bis ein hereinplatzender Badegast ihren besonderen Spaß prompt beendete. 

Am Donnerstag stand nun der Gerichtstermin an, zu dem die Verdächtigen im Alter von 59, 63, 75 und und 75 geladen wurden. Der Zeuge, der das Quartett wohl eher unfreiwillig überrascht hatte, erklärte im Hamburger Amtsgericht St. Georg geschockt von den Vorfällen in der Sauna: „Die waren voll beschäftigt mit Hand und Mund. Alte Männer! Die sollen doch ein Vorbild sein!“  

Nur ein Rentner erschien vor Gericht  

Drei der Angeklagten war die Angelegenheit offenbar mehr als peinlich. Sie blieben dem Gericht fern, schickten stattdessen ihre Anwälte und wurden vom Richter dafür mit einer Verwarnung mit Strafvorbehalt sowie einer Geldbuße von 300 Euro bestraft. Die Anwälte akzeptierten ohne Murren. Somit konnte das Verfahren gegen drei Verdächtige relativ schnell eingestellt werden. Trotzdem nahm der Prozess dank des einzigen Verdächtigen, der sich dem Tribunal stellte, dann doch noch eine überraschende Wende: Der 75-Jährige beteuerte nämlich, dass er nur zufällig in den Polizeieinsatz geraten sei und die Duftsauna in der Alsterschwimmhalle tatsächlich nie betreten habe. „Ich kann das mit dem Menthol nicht ab, das brennt mir in den Augen", zitiert ihn die Hamburger Morgenpost.

Die Staatsanwältin scheint überzeugt

Dem Polizeieinsatz habe er nichtsahnend beigewohnt, weil er dachte, dass wieder etwas gestohlen worden sei - bis einer der Beamten ganz plötzlich nach seinen Personalien verlangt und ihn dazu aufgefordert habe, die Schwimmhalle zu verlassen. „Ich hatte Hausverbot. Da stand ich dann“, erklärte der Senior dem Bericht zufolge sichtlich gekränkt. 

Obwohl der Rentner einräumen musste, zumindest zwei der drei Mitangeklagten mit Vornamen zu kennen, empfand die Staatsanwältin seine Schilderungen durchaus als nachvollziehbar: „Das klingt nicht ganz abwegig“, merkte sie an. 

Zur Fortsetzung des Prozesses am 6. März will der Richter nun auch den Polizisten vernehmen. 

Dass Gäste bei Sex in der Therme erwischt werden, passiert des Öfteren - so bekam ein Paar nahe Augsburg Ärger, wie tz.de berichtet. Dem Portal zufolge wurden in Erding bei München sogar heimlich Schmuddelfilme gedreht.

sl

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare