Datenschutz

Neuer Browser soll „Porno-Modus“ sicherer machen

Kaum einer gibt‘s zu, aber Millionen Deutsche schauen täglich Pornos im Netz. Der „versteckte“ oder „private“ Modus eines Browsers schützt dabei die Anonymität nur eingeschränkt. Nun will ein Start-Up Abhilfe schaffen.

San Francisco - Das Browser-Start-Up „Brave“ verspricht einiges. Neben einer Verfügbarkeit für alle Systeme und der Erfüllung aller Standards in Sachen Bedienbarkeit soll vor allem der Private Modus, im Volksmund auch „Porno Modus“ genannt“ sicherer werden.

Viele Browser, wie Safari, Mozilla Firefox oder Google Chrome bieten bereits an, „versteckt“ zu surfen. Dabei werden keine Cookies gespeichert und die besuchten Seiten sind nicht im Browserverlauf zu finden. Es entstehen somit keine bleibenden Spuren. Doch das betrifft nur den benutzten Computer, im Internet werden dennoch Daten hinterlassen. 

Experten warnen, dass sogenannte „Tracking Tools“ alle Daten, die sie bekommen, erfassen. Beispielsweise die Suchanfragen von Porno-Seiten. "Beim Porno-Schauen im Netz - auch im Inkognito-Modus - sollte man davon ausgehen, dass eines Tages der Suchverlauf veröffentlicht wird und mit Ihrem Namen versehen wird", fasst es ein Datenschutz-Blogger zusammen.

Start-Up will Unterschied machen

Wie welt.de berichtet, möchte hier das Start-Up-Unternehmen mit dem neuen Browser „Brave“ einen Unterschied machen. Dafür soll der Anonymisierungsdienst Tor eingebunden werden. Dieser verschleiert, woher Anfragen an einen Server, etwa einer Pornoseite kommen. Allerdings verlangsamt das auch das Tempo beim Surfen worunter Filmstreams und Downloads leiden.

Dagegen bereits mit dabei und funktionstüchtig ist die Sicherheitsfunktion „HTTPS Everywhere“. Soweit das möglich ist, erzwingt diese SSL-verschlüsselte Verbindungen und schützt damit vor dem Ausspionieren etwa in WLAN-Netzwerken.

Hinter dem Start-Up steht der ehemalige Mozilla-Chef Brendan Eich. Er hatte Anfang 2014 nach nur elf Tagen in der Führungsposition zurücktreten müssen. Der Grund war heftige Kritik. Er hatte 2008 einen Gesetzentwurf gegen gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien mit 1000 Dollar unterstützt.

Rubriklistenbild: © dpa

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