Abgeschmiert

Öko-Test: Jedes fünfte Gleitgel ist gefährlich

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Für viele gehört Gleitgeil zum Sex dazu. Doch nicht alle sind zu empfehlen.

Gleitgele sorgen dafür, dass im Bett alles möglichst reibungslos abläuft. Doch welche sind am besten? Und von welchen sollten Sie besser die Finger lassen?

Gleitgele sind für viele wichtig, um Spaß im Bett zu haben. Doch Vorsicht: Einige enthalten Inhaltsstoffe, die krebserregend sein können. Das Verbraucherportal Öko-Test hat 20 Gleitmittel untersucht. Hier sind die Ergebnisse:

Guter Rutsch: Gleitgele im Test

Aktuelle Gleitmittel werben damit, frei von Schadstoffen und Parfüm zu sein. Immerhin zwölf davon halten im Test das, was sie versprechen. Acht Marken machen jedoch weniger Spaß. Fast drei Viertel der getesteten Gleitgele bekommen von den Testern das Gesamturteil "sehr gut" oder "gut". Insbesondere die parfümfreien Gleitgele auf Wasserbasis punkten.

Viele krebserregende Schadstoffe in Gleitmitteln

Vier Gleitmittel fallen jedoch mit "ungenügend" oder "mangelhaft" durch. Kritikpunkt ist, dass die Produkte Schadstoffe enthalten. Dazu zählen etwa bedenkliche oder umstrittene Konservierungsmittel wie Polyhexanid, welches von der EU als Gefahrenstoff eingestuft ist. In vier Gelen hat das Labor Stoffe gefunden, welche die Haut durchlässiger machen. Auch Silikon im Gleitgel wird kritisiert, welches das natürliche Gleichgewicht der Haut stört. Bei vielen Gels, die für den Analverkehr konzipiert sind, kommt Silikon zum Einsatz.

Auch das Kontaktallergen Methylisothiazolinon ist in einige Produkten enthalten. In sämtlichen Kosmetika, die auf der Haut bleiben, ist es verboten. Das Gleitgel "Flutschi Professional" von Orion darf es trotzdem beinhalten, da es offiziell als Medizinprodukt gilt.

Vor diesen Gleitgelen warnt Öko-Test

Von dem Gleitgel "Dr. Wolff Gleitgelen Lipogel" sollten Sie laut dem Verbraucherportal die Finger lassen. Es gilt als besonders fetthaltig, womit eine hohe Gleitwirkung erreicht werden soll. Statt natürlichen Ölen enthält das Gel neben aromatischen Kohlenwasserstoffen jedoch auch noch Paraffin. Mit diesem können krebserregende Stoffe an die Genitalien gelangen. Außerdem wurde das "Durex K-Y Jelly" als gesundheitsschädlich eingestuft.

Gleitgel und Kinderwunsch

Mit einem Kostenpunkt von rund 23 Euro pro 50 Milliliter war das Gel von Ritex auf den ersten Blick teuer - im Vergleich zu "Prefert Vaginal Gel" für über 50 Euro aber immer noch günstig. Doch was steckt dahinter? Paare zahlen den relativ hohen Preis, weil sie sich damit bessere Chancen auf eine Schwangerschaft erhoffen. 

Der Hintergrund: Viele Mittel haben einen sauren pH-Wert, womit sie den Spermien schaden. Das Kinderwunsch-Gel viel im Test jedoch durch: Darin wurden geringe Mengen an Polyhexamed gefunden - ein Stoff, der von der EU als gesundheitsschädigend eingestuft wurde.

Was viele nicht wissen: Gleitmittel sind neben Sex-Toys nicht nur als Spaßmacher für unbeschwerte Stunden zu zweit gedacht, sie haben auch medizinischen Mehrwert. Frauen können nach der Schwangerschaft oder nach den Wechseljahren an Scheidentrockenheit leiden. Bei letzterem können die Hormone verantwortlich sein.

Diese Gleitgele sind zu empfehlen

Das günstigste unter den "sehr guten" im Test war das "Preventivo-Gel" von Rossmann. Für 50 Milliliter zahlt man hier 1,50 Euro. Günstig und ebenfalls "sehr gut" waren auch "Condomi Lu:b" mit einem Preis von 2 Euro pro 50 Milliliter. Weitere positiv bewerte Produkte sind das "Billy Boy White" (2,25 Euro/50 ml) sowie das "Fromms FF" (1,50 Euro/50 ml). Ein immerhin "gutes" Produkt ist das "Original Bodyglide" von Pjur. Kritikpunkt dabei: Es wird auf Silikonbasis hergestellt.

Wichtig: Vaseline ist beim Geschlechtsverkehr mit Kondom nicht zu empfehlen, da es das Material des Kondoms angreift.

mil

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