Badehosenpflicht

Schluss mit "Porno Island": Sex-Verbot an bayerischem See

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Solche Anblicke soll es am Waldsee nun nicht mehr geben.

Jahrelang hat sich der Streit über die Nackten am See hingezogen. Doch jetzt soll dem freizügigen Treiben ein Ende gesetzt werden.

Nackte im Gebüsch, frivoles Treiben am Baggersee, Freikörperkultur am Naturstrand: Der Baggersee in Senden bei Ulm war bereits vor Jahren deutschlandweit in den Schlagzeilen. "Porno Island" wurde er sogar genannt. Über Jahre hinweg beschwerten sich die Anwohner über das ausufernde Treiben der Nackten, die sich dort tummelten. Der beschauliche See mauserte sich sogar zu einem Hot-Spot für die Homo- und Swingerszene.

Nacktverbot: Kommt jetzt das Ende für "Porno Island"?

Erst als die Stadt sich dazu entschloss, den Bewuchs am Ufer zu stutzen, konnte das freizügige Verhalten eingedämmt werden. Ganz konnten die Behörden jedoch das bunte Treiben in den Büschen nicht eliminieren - bis jetzt. Denn der Sendener Stadtrat hat nun auf Bitte der Polizei die Badehosenpflicht ausgesprochen, wie die Südwestpresse berichtet. Nun sei laut Grünanlagensatzung das "öffentliche Baden, hierzu zählt das Wasser-, Luft- und Sonnenbaden" nur noch mit angemessener Badebekleidung erlaubt.

Polizeichef setzte sich ein, "damit dort nichts ausufert"

Seit 2013 ist die "Bayerische Badeverordnung" abgelaufen, die unter anderem das Nackig-Sein regelte. Jede Gemeinde entscheidet seitdem selbst, was erlaubt ist und was nicht. Der örtliche Polizeichef Thomas Merk beharrte seitdem auf einem Verbot für Nackte, "damit dort nichts ausufert".

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, ist Merk der Ansicht, dass niemand etwas gegen FKK und Homosexuelle habe. "Doch die dort anwesenden Nackten zeigten keinerlei Respekt gegenüber den Leuten, die dort spazieren gehen oder radeln wollten," schreibt die Zeitung zur Aussage des Polizeichefs. "Sie missbrauchten den Gedanken der Freikörperkultur und sorgten für Unfrieden." Dem sei nun ein Ende gesetzt, denn laut Südwestpresse sei "das Nackigsein am Waldsee jetzt explizit verboten".

Geht es jetzt am anderen Ufer weiter?

Fraglich ist, wie wirkungsvoll diese neue Regelung ist. Denn am anderen Seeufer, welches zur Gemarkung Vöhringen gehört, gibt es einen geduldetet FKK-Bereich. Hier gab es bisher auch wenige Beschwerden, wie Jürgen Salzmann von der zuständigen Polizeiinspektion Illertissen der Südwestpresse mitteilt. Es sei "Abwägungssache", wie es am anderen Ufer nun weitergeht.

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mil

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