Liebes-Lust statt Beziehungs-Frust

Schadet zu viel Porno der Beziehung?

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Pornos sind heutzutage auch über Smartphones verfügbar - doch sie sind wahre Liebeskiller.

Er schaut gerne mal Erotikfilme, während Sie daneben steht und den Kopf schüttelt. Der Grund: Viele Frauen fühlen sich dadurch betrogen oder gar unter Druck gesetzt. Doch wie viel Porno schadet der Beziehung?

Für viele Männer scheint das allerdings keine große Sache. Manche konsumieren Pornos gerne und häufig – und das sogar während einer Beziehung. Doch nicht jede Partnerin kommt damit zurecht.

Pornofilme - harmloser Zeitvertreib oder Beziehungskiller?

Laut US-amerikanischen Statistiken schauen 68 Prozent der jungen Männer gerne Erotikfilme - bei jungen Frauen dagegen sind es nur 18 Prozent, wie das Online-Portal "covenanteyes.com" berichtet. Das Erstaunliche daran: Laut einer Studie der Universität in Alberta, Kanada, haben bereits ein Drittel der befragten 13-Jährigen Pornos gesehen.

Dass sich der Partner für andere Frauen interessiert, die er sexuell anziehend findet und diesen beim Geschlechtsakt zusieht, stellt für viele Partnerinnen ein Problem dar. Ein mulmiges Gefühl macht sich breit – und die Frage: Liebt und begehrt er mich überhaupt noch? Sie fühlen sich betrogen und manchmal sogar unter Druck gesetzt. Vor allem wenn der Partner dieselben sexuellen Handlungen von seiner Partnerin fordert – oder zumindest die Partnerin glaubt, dass sie dasselbe tun muss, um mithalten zu können.

Wenn der Partner aber nicht einlenkt und weiter Pornos schauen möchte, kann dies zu heftigen Auseinandersetzungen führen – wenn nicht sogar zum Ende der Beziehung.

Nachfrage nach Gewalt-Pornos groß

Doch dem Umsatz der Pornografie-Industrie tut das keinen Abbruch. Sie wächst stetig weiter – allerdings in eine Richtung, die nicht jeder gut findet. Der Grund: 88 Prozent der Nachfragen in Bezug auf Erotikfilme gelten aggressiven oder gewalttätigen Handlungen gegenüber Frauen.

Für die britische Anti-Pornographie-Aktivistin Gail Dines ist das alarmierend und sie warnt, dass Männer dadurch unsensibler werden und im realen Leben auch immer ausgefallenere, gewalttätige und meist egoistische sexuelle Wünsche ausleben wollen. Dass die Zahl an Männern, die sich für pornografische Filme interessieren, immer jünger wird, schockiert sie zudem.

Das " Psychologies Magazine" in Großbritannien gab sogar an, dass ein Drittel der 14- bis 16-Jährigen erklärten, schon mit zehn oder sogar noch jünger Zugang zu Sexfilmen gehabt zu haben, davon 81 Prozent via Computer und 63 Prozent an ihren Smartphones.

Porno 2.0: Wie verändert die Digitalisierung Beziehungen?

Die Porno-Industrie hat sich digitalisiert – und so wird es immer einfacher, an pornografische Inhalte zu gelangen. "Je früher Männer Pornos sehen, desto größer ist die Gefahr, dass sie später Probleme haben, wirklich enge, intime Beziehungen mit realen Frauen einzugehen. Manche von ihnen ziehen sogar Pornofilme dem Sex mit einem wirklichen menschlichen Wesen vor", glaubt Dines.

Das könne am Ende eine spätere Beziehung mit der Partnerin schwer belasten. In einer realen, herzlichen Partnerschaft haben Pornos daher keinen Platz, da ist sich die Aktivistin sicher. Doch wie bei vielen Dingen, macht auch wohl hier die Dosis das Gift.

Wenn die Partner aber offen miteinander kommunizieren und umgehen können, wäre ein maßvoller Konsum der Erotikfilme vielleicht eine mögliche Alternative. Doch wenn die Partnerin einen Kompromiss nicht tolerieren kann, wäre es wohl ratsamer, ihr und der Beziehung zuliebe darauf zu verzichten.

Von Jasmin Pospiech

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