Achtung, infektiös

Schmuddelseite verbreitete über ein Jahr lang Viren bei Usern

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Millionen von Rechnern dürften belastet sein.

Wie sich nun herausstellte, dürfte eine beliebte Seite für Erwachsenen-Unterhaltung ihre Nutzer mit gefährlichen Viren infiziert haben. Was steckt dahinter?

Die Seite "PornHub" zählt zu den beliebtesten Erotik-Portalen im Netz. Millionen User weltweit besuchen jeden Tag die Plattform. Viele dürften nun jedoch sogenannte "Malware" als schädliche Software auf ihren Rechnern haben. Denn über den Zeitraum von über einem Jahr hat die Seite Viren verteilt.

Wie wurden die Computer mit der Malware infiziert?

Die schädlichen Inhalte wurden über geschickt gemachte Werbebanner übertragen, welche vermeintliche "kritische Updates" für die Browser Internet Explorer, Chrome und Firefox anboten, wie die IT-Sicherheitsfirme "Proofpoint" bekannt gab.

Doch anstatt neuer Updates wurde beim Klick schädliche Software heruntergeladen und auf dem Rechner installiert. Die Software agierte versteckt und war für den Nutzer nicht sichtbar. Dabei rief die Malware unbemerkt Webseiten auf, um Klicks bei bestimmten Zielseiten zu generieren.

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Anscheinend stecken Hacker hinter der perfiden Aktion. Glücklicherweise mussten User nur etwas Bandbreite und Rechenleistung einbüßen, für die Nutzer entstand kein weiterer Nachteil. Erschreckend ist jedoch die Tatsache, wie leicht Internet-Kriminelle in fremde Rechner vordringen und dort auch erheblichen Schaden mit Trojanern oder Ransomware anrichtet. Bei Letzterem wird der Rechner gesperrt, bis der Nutzer ihn gegen einen Geldbetrag wieder freischalten lässt.

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Mittlerweile sei die Verbreitung seitens der Seitenbetreiber zwar gestoppt, die Gefahr sei aber recht hoch, dass sich die gefährliche Schad-Software immer noch auf vielen Computern eingenistet hat. Es sei außerdem recht wahrscheinlich, dass auch weitere Erotik-Portale mit Malware belastet sind.

So können sich User gegen Malware schützen

Experten raten dazu, den Computer mit allen sicherheitsrelevanten Programmen immer auf dem aktuellen Stand zu halten und nötige Updates immer über offizielle Anbieter herunterzuladen, wie beispielsweise von Microsoft. Ein aktiviertes Anti-Viren-Programm hält zudem Schad-Software ab und warnt den User bei ungewollten Eingriffen von außen.

Übrigens: Mittlerweile schauen die meisten Nutzer Schmuddelfilmchen nicht am Computer, sondern auf dem Handy an - nach PornHub-Angaben sind es rund 75 Prozent. Lesen Sie hier nach, was dabei unbedingt zu beachten ist.

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