Hormone weit verbreitet

Für sicheren Verkehr: Wie verhütet Deutschland?

+
Die Pille nehmen - oder doch lieber Verhütung ohne Hormone?

Wer sexuell aktiv ist, kann heute auf eine breite Palette an Verhütungsmethoden zurückgreifen. So reicht das Spektrum von hormonellen Verhütungsmitteln über das klassische Kondom bis hin zur eher unkonventionellen Verhütung.

Draußen wird es kälter, in den Schlafzimmern dafür umso heißer: In den Herbst- und Wintermonaten wird das Sex- und Liebesleben richtig angekurbelt. Schließlich ist das bei dem schlechten Wetter die beste Alternative. 

Safer-Sex und sexuelle Kommunikation

Selbst wenn Sie es kaum erwarten können, über das Objekt der Begierde herzufallen: Verhütung sollte nicht vergessen werden. Zum einen ist es dabei besonders wichtig, sich vor Krankheiten zu schützen. Doch auch wer noch mit dem Eltern sein warten möchte, greift besser zu Verhütungsmitteln. Außerdem ist ein sicheres Gefühl nach dem Bettsport einfach beruhigend. Die Sorge, man könnte sich etwas angeschafft haben, was man nicht möchte, bleibt somit aus. 

Schon der Austausch zweier Sexualpartner über Safer-Sex kommt laut der Psychologin Laura Widmann zu kurz: In ihrer Studie zur sexuellen Kommunikation von Jugendlichen gaben 54 Prozent der Befragten an, mit dem Partner nicht über sexuelle Themen zu sprechen - nicht einmal, ob ein Kondom benutzt werde.

Verhütungsmittel für die Frau: Pille weiterhin beliebt

Ob nun richtig oder nicht: Meist ist noch die Frau für die Verhütung zuständig. Denn für sie gibt es zahlreiche Möglichkeiten, einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen. Dabei ist die Pille das am weitesten verbreitete Verhütungsmittel. Gerade junge Frauen unter 30 greifen bei der Verhütung zu dem Hormon-Präparat. Jedoch kann gerade die Einnahme der Pille verheerende Nebenwirkungen mit sich bringen. So fand Dr. Oejvind Lidegaard in einer Studie im Fachmagazin Jama Psychiatry heraus: Bei Frauen zwischen 15 und 19 Jahren kann die Pille das Risiko an einer Depression zu erkranken um rund 80 Prozent steigern. In der Studie wurden die Daten von über einer Millionen Däninnen zwischen 15 und 34 Jahren ausgewertet.

Auch andere hormonelle Verhütungsmittel sind auf dem Markt etabliert. So etwa der Verhütungsring. Der nur einen halben Zentimeter dicke Kunststoffring enthält die gleichen Hormone wie die Pille, nämlich Östrogen und Gestagen. Diese werden laut der Seite verhütung.info über die Scheide aufgenommen und verhindern so den monatlichen Eisprung. Ähnlich funktioniert die Verhütung auch bei der Hormonspirale: Ein Kunststoffträger in T-Form gibt stetig eine geringe Menge an Hormonen in die Gebärmutterhöhle ab.

Verhütungsmittel für den Mann: Das Kondom beherrscht den Markt

Wer an Verhütungsmittel für den Mann denkt, hat sofort das Kondom im Sinn. Diese ist sicherlich auch das beliebteste Verhütungsmittel, vor allem wenn es um das Vorbeugen von Geschlechtskrankheiten geht. Denn nur das Kondom sorgt im Sexleben für richtigen Schutz, selbst wenn ein kleines Risiko bestehen bleibt, sollte das Kondom zum Beispiel mal reißen.

Doch es gibt auch andere Verhütungsmethoden für den Mann, die allerdings noch umstritten und wenig verbreitet sind. So etwa ein neues Medikament, das von der amerikanischen Parsemus Foundation entwickelt wurde. Es nennt sich "Vasalgel" und funktioniert so: Bei einem Eingriff injiziert der Arzt einen kleinen Tropfen des Gels in beide Spermienleiter. Der Eingriff dauert in etwa 15 Minuten. Das Gel bleibt dann innerhalb der Leiter stecken. Dort übernimmt er die Aufgabe eines Filters: Flüssigkeit wird durchgelassen, Spermien aber nicht. Ob sich diese Methode etabliert, bleibt abzuwarten.

Verhütungsmittel ohne Hormone & alternative Verhütungsmethoden

Wenn Frau nicht zur hormonellen Verhütungsmethode greifen will, gibt es die Kupferspirale. Sie wird der Frau für eine Dauer von drei bis fünf Jahren in die Gebärmutter eingelegt. Durch das Kupfer werden die Samen des Mannes auf ihrem Weg gehemmt, so dass ihre Beweglichkeit erheblich eingeschränkt wird.

Der Coitus interruptus wird bei vielen Sexualpärchen als gängige Methode verwendet, doch Obacht: Schon der sogenannte Lusttropfen, auch Präejakulat, kann in besonders fruchtbaren Tagen der Frau zu einer Schwangerschaft führen. Ähnliche Vorsicht ist auch bei der Temperaturmethode geboten. Sie ist zwar weitestgehend sicher, doch eben nicht zu 100 Prozent zuverlässig. Laut der Seite frauenaerzte-im-netz.de beruht die Methode darauf, dass die Körpertemperatur einer Frau etwa zwei Tage nach dem Eisprung deutlich steigt und bis zum Beginn der Monatsblutung so bleibt. So kann Frau messen, wann sie sich in den fruchtbaren Tagen befindet.

Verhütungsmittel im Vergleich

Bei all der Bettakrobatik sollten Sie also eines nie vergessen: Die Verhütung. Und die ist enorm wichtig. Aber wie verhüten die Deutschen eigentlich im Durchschnitt? Die Tabelle gibt Aufschluss:

Verhütungsmittel

Beliebtheit / Verbreitung

Pille

42%

Kondom

32%

Verhütungsring

8%

Hormon-/Kupferspirale

7%

Temperaturmessung

5%

3-Monats-Spritze

2%

Hormonpflaster

1%

Hormonimplantat

1%

Diaphragma

1%

Schaum, Spray, Gel

1%

Quelle: Statista

ass

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare