Entjungferung und Fetisch-Sex

Wie versext ist die Plauder-App "Jodel" wirklich?

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Dubiose Anfragen bei Jodel gibt es immer wieder.

Bei "Jodel" können Nutzer anonym chatten, Bilder hochladen und bewerten. Vor allem bei Studenten ist die App beliebt - und wird auch für spezielle Anfragen genutzt.

Das Prinzip hinter "Jodel" ist recht einfach: Jeder kann sich bei der App, die es seit 2014 gibt, kostenlos anmelden und anonym schreiben, was ihn gerade beschäftigt. Oft entstehen dabei Gruppenchats, die hunderte Kommentare sammeln.

Doch ein neuer Trend macht sich in der Community breit: Immer öfter wird die Plattform als Tauschbörse oder Marktplatz für sexuelle Dienstleistungen benutzt. Die Betreiber mussten bereits einige Nutzer sperren, die frivole Angebote veröffentlichten.

Versexte Angebote bei Jodel: "Wie viel würdet ihr zahlen für Sex?"

In einigen Gruppen tauchen immer wieder eindeutige Angebote auf. So schreibt ein User beispielsweise: "Wie viel würdet ihr zahlen, um mich zu entjungfern m18".

Eine junge Nutzerin fragt: "Wie viel Geld würdet ihr zahlen für Sex mit einer w18, blond und schlank?", wie das Schweizer Newsportal 20min.ch berichtet. Die Angaben beziehen sich dabei auf Geschlecht und Alter.

Ein weiterer hat eine etwas harmlosere und vermutlich auch nicht ganz ernst gemeinte Anfrage, sogar mit Rabatt-Aktion: "Sixpack zum Bestaunen und Streicheln, neu für 7,50 statt 10 Franken".Ob wohl jemand auf dieses verlockende Angebot eingeht?

"Massieren und oral verwöhnen": Sex-Anfragen auf Jodel

Im Channel "Sackgeld", der eigentlich dafür genutzt wird, das Taschengeld aufzubessern, erkundigt sich ein weiterer User nach einer Dame, die er "für ein kleines Sackgeld massieren und oral verwöhnen darf".

Aber auch sexuelle Leistungen im Tausch gegen Geld werden angeboten. So suchte einer beispielsweise nach zwei Frauen, mit denen er einen Dreier haben könne. Dafür würde er 1000 Franken (umgerechnet 906 Euro) springen lassen.

Falls es zu einer Einigung komme, wechseln die User zu anderen Messenger-Apps, da bei Jodel keine direkten Konversationen möglich sind.

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An Göttinger Universität: Dozentinnen werden bei Jodel "bewertet"

In Deutschland scheinen solche Vorfälle weniger häufig vorzukommen. Allerdings kam es vor zwei Jahren auch hierzulande schon zu Fällen von Jodel-Schweinereien an einer deutschen Uni, wie das Göttinger Tageblatt berichtet.

Dabei seien Dozentinnen "bewertet" worden, unter anderem mit Sprüchen wie "Wer es schafft, die flachzulegen, bekommt den Bachelor geschenkt" oder "Das geile Stück würde ich auch mal v*geln".

Die Fälle von sexueller Belästigung via Jodel sind auch der Universitätsleitung bekannt. Ein Sprecher verkündete, dass die Uni ein "solches Verhalten" nicht toleriere. Die Leitung hatte Strafanzeige eingereicht.

Userin erwischte WG-Mitbewohner dabei, "wie er es sich selbst gemacht hat"

Viele suchen bei Jodel auch nach Rat bei der Community bei vergleichsweise harmlosen sexuellen Themen. Eine Kölnerin hat beispielsweise ein recht spezielles Problem:

"Ich habe meinen neuen Mitbewohner gerade dabei erwischt, wie er es sich selbst gemacht hat. Er ist absolut nicht mein Typ, aber jetzt werde ich bei der Erinnerung direkt feucht und möchte mit ihm schlafen."

Ein User antwortet prompt: "Machen und hier berichten." Ein anderer rät eher davon ab: "Mitbewohner sind keine gute Idee". Und einer schreibt berechtigterweise: "Schon mal darüber nachgedacht, dass er auch Jodel hat?"

Bei solchen Chats handelt es sich jedoch um keine verwerflichen Unterhaltungen, bei denen Sex dargeboten wird oder Dritte sexuell belästigt werden.

Es ist jedoch auch von Fällen bekannt, in denen explizite Channels bereits gesperrt wurden, als Sex angeboten wurde. So beispielsweise der Kanal "Taschengeld", der das deutsche Pendant zum schweizerischen "Sackgeld" darstellt.

Dabei seien die App-Betreiber jedoch auf eine wachsame Community angewiesen, da es schwer sei, das Erstellen von Kommentaren mit problematischen Inhalten zu verhindern. Erst wenn die Posts gemeldet werden, könne reagiert werden.

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